Anmerkung: Dieser Artikel wurde von meinem alten Blog übernommen. Er wurde ursprünglich am 23.09.11 veröffentlicht.
Seit wenigen Tagen sind Neutrinos plötzlich ins Rampenlicht der (wissenschaftsbetonten) Medien gerückt. Neutrinos, die im Forschungszentrum CERN in der Schweiz im Teilchenbeschleuniger produziert werden, werden kurze Zeit später in Italien (in der Nähe von Rom) gemessen und analysiert. Das ist eine heikle Angelegenheit, weil Neutrinos kaum mit Materie wechselwirken, also auch nicht mit Messgeräten. Große Aufregung bezüglich der Messergebnisse gibt es deshalb, weil die Neutrinos auf ihrer sehr kurzen Reise womöglich schneller als das Licht unterwegs waren. Wäre das tatsächlich der Fall, würde das gegen Einsteins Relativitätstheorie sprechen, nach der sich nichts - nämlich wirklich gar nichts - schneller als Licht ausbreiten kann. Weder Teilchen, noch Energie, noch Gravitation, noch Information, ... Man geht allerdings vorerst von Messungenauigkeiten aus und glaubt, Einsteins Relativitätstheorie nicht widerlegt zu haben.
Im folgenden Artikel werde ich allerdings nicht die Ergebnisse dieser verblüffenden Messungen diskutieren, sondern mich auf ein etwas anderes Phänomen konzentrieren. Es wird um einen Teilaspekt der sog.Quantenelektrodynamik (QED) gehen, welche von den berühmten Physikern Richard P. Feynman, Julian Schwinger und Shinichirō Tomonaga in den 1940er-Jahren formuliert wurde. Dieser sehr erfolgreichen Theorie zufolge, kann man Antiteilchen als Teilchen interpretieren, die sich mit Überlichtgeschwindigkeit bewegen. Welche Auswirkung dieses Tempo auf die Bewegung der Teilchen in der Zeit hat, werden wir bald sehen.